INVASIVE TIERE
Einige gebietsfremde Tiere breiten sich fast ungebremst in der Schweiz aus. Sie werden invasiv und können Menschen, Tieren und der Umwelt schaden.
Was sind Neozoen und weshalb sind sie problematisch?
Neozoen sind gebietsfremde Tiere, welche oft als blinde Passagiere mit dem weltweiten Handel verbreitet oder bewusst aus Aquarien oder Terrarien in der Natur ausgesetzt wurden (z.B. Haustiere wie die Rotwangenschmuckschildkröte). Können diese Tiere in unserem Klima überleben und sich ausbreiten, werden einheimische Arten verdrängt und dadurch das Ökosystem und die Biodiversität negativ beeinträchtigt.
Gefahr durch invasive Arten
Gebietsfremde Tiere machen uns bisher hauptsächlich als Schädlinge, als Überträger von Krankheiten oder im Wasser zu schaffen:
- Wirtschaftliche Schäden: Die Massenvermehrung von gebietsfremden Arten führt oft zu grossen wirtschaftlichen Schäden. Beispiele dafür sind die Kirschessigfliege, der Asiatische Laubholzbockkäfer, der Japankäfer, die Asiatische Hornisse oder invasive Ameisenarten.
- Übertragung von Krankheiten: Auch Krankheiten, die mit invasiven Tieren eingeschleppt werden, können grosse Schäden verursachen. So sind viele einheimische Krebspopulationen durch die Krebspest ausgelöscht worden, welche mit invasiven Krebsen aus Nordamerika (z.B. Signalkrebs) eingeschleppt wurde. Invasive Mücken, wie z.B. die Tigermücke, können im schlimmsten Fall auch tropische Krankheiten auf den Menschen übertragen.
- Ausbreitung im Wasser: Die eingeschleppte Quagga-Muschel breitet sich in verschiedenen Schweizer Gewässern massiv aus und kann Trinkwasserleitungen oder Bootsmotoren verstopfen. Die eingeschleppte Schwarzmeergrundel verdrängt einheimische Fischarten. Das Hauptproblem bei allen im Wasser lebenden invasiven Tieren ist, dass es kaum Bekämpfungsmöglichkeiten gibt.
Bei allen Neozoen ist die Bekämpfung meist sehr schwierig. Daher ist die Prävention besonders wichtig.
Welche invasiven Neozoen sind in Volketswil aufgetaucht?
Asiatische Hornisse
Warum ist die Asiatische Hornisse ein Problem?
Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus den Regionen zwischen Afghanistan und Ostchina. Sie wurde 2004 in Frankreich eingeschleppt und verbreitet sich seither rasant in ganz Europa. Nun ist sie auch in Volketswil angekommen.
Die Asiatische Hornisse jagt Bienen und andere einheimische Insekten, um ihre Larven zu ernähren. Gesunde, starke Bienenvölker verkraften die durch die invasive Art verursachten Verluste gut. Bereits geschwächte Völker können daran sterben.
Für den Menschen ist die Asiatische Hornisse nicht gefährlicher als die einheimische Hornisse. Gefährlich wird es einzig dann, wenn beim Stich eine allergische Reaktion ausgelöst wird. Das Gift hingegen ist nicht stärker als das der Wespe. Eine Invasion kann für die Bevölkerung jedoch lästig werden. Unter anderem, da sich die Asiatische Hornisse neben Insekten auch von Fleischstückchen von Tierkadavern und Lebensmitteln im Aussenraum ernährt, z.B. von Grillstellen, Imbissständen oder Abfällen.
Wie wird die Asiatische Hornisse bekämpft?
Die Jungkönigin kommt ab einer Temperatur von 12 bis 15°C aus ihrer Winterruhe und sucht einen Ort, um ein Primärnest zu bauen. Es werden eher geschützte Orte in Bodennähe ausgewählt, wie z. B. ein Dachvorsprung, ein Gartenhaus oder ein Fensterrahmen. Später bauen sie Sekundärnester, in der Regel in grosser Höhe (über 10 m). Bevorzugt werden Baumkronen.
Um die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse einzudämmen, ist das Vernichten ihrer Nester die wirksamste Methode. Die Zerstörung der Nester ist mit Gefahren verbunden und muss durch Spezialisten durchgeführt werden.
In Volketswil wurden im August 2025 Asiatische Hornissen entdeckt. Nach einer aufwändigen, dreieinhalbwöchigen Suche wurde das Sekundärnest in 36 Metern Höhe in einer Fichte entdeckt und konnte anschliessend professionell entfernt werden. Weitere Informationen im Artikel "Asiatische Hornisse hat Volketswil erreicht [pdf, 412 KB]", Volketswiler Nachrichten vom 5. Dezember 2025.
Wie erkennen Sie eine Asiatische Hornisse?
Die Asiatische Hornisse kann mit der Europäischen Hornisse verwechselt werden. Es gibt aber verschiedene Unterscheidungsmerkmale: Besonders gut zu erkennen ist die Asiatische Hornisse an der mehrheitlich schwarzen Körperfärbung und den gelben Beinen.
Wir bitten alle Personen, allfällige Sichtungen von Asiatischen Hornissen und deren Primärnestern mit Foto über die Homepage: asiatischehornisse.ch zu melden. Da Europäische Hornissen bedroht sind, sind alle Beobachtungen mit Foto zu melden und die Asiatische Hornissen nicht selbst zu jagen oder zu töten.
Artikel in den Volketswiler Nachrichten "Asiatische Hornisse hat Volketswil erreicht [pdf, 412 KB]" vom 5. Dezember 2025.
Tapinoma-Ameisen
Warum ist die Tapinoma-Ameise ein Problem?
Tapinoma magnum sind gebietsfremde invasive Ameisen aus dem mediterranen Raum. Nördlich der Alpen sind sie nicht heimisch. Grundsätzlich nisten Tapinoma magnum in der Erde. Sie können aber auch in Gebäude eindringen, ihre Nester in der Gebäudeisolation bauen und so die Isolation schädigen und Stromkabel durchbeissen. Durch die Bildung von Superkolonien mit mehreren Königinnen und Millionen von Tieren können sie in hohen Dichten auftreten und dadurch einheimischen Ameisen und weitere Insekten verdrängen.
In stark betroffenen Flächen ist der Aufenthalt unangenehm, da die Ameisen Menschen und Tiere begehen und beissen. Es kommt zu juckenden Bissen, die allergische Reaktionen auslösen oder Infektionen verursachen können.
Ein Befall führt wahrscheinlich auch zu Einbussen bei den Grundstückswerten. In der Landwirtschaft führt ein Tapinoma-Befall zu Schäden an Nutzpflanzen, da sie sich von Samen, Früchten und Sämlingen ernährt und die Wurzeln von Pflanzen angreift.
Die Verbreitung an neue Standorte erfolgt durch das Verschleppen von Material, welches Königinnen enthält, insbesondere in Töpfen von Pflanzen und bei Bauarbeiten. Eine weitere Verschleppungsmöglichkeit kann die Strassenreinigung und der Grünunterhalt sein.
Eine bestehende Superkolonie vergrössert sich ohne Gegenmassnahmen je nach Struktur und Nahrungsangebot in alle Richtungen. Pro Jahr geht man von einer Ausweitung von 50 Metern und mehr aus.
Wie wird die Tapinoma-Ameise bekämpft?
Die Tapinoma-Ameisen verhalten sich bei uns invasiv. Ohne Massnahmen werden immer mehr Liegenschaften und Flächen betroffen sein. Daher ist eine Bekämpfung zentral.
Vor allem aber gilt es, die Verschleppung von Ameisenköniginnen an neue Orte zu verhindern.
Pflanztöpfe und andere Materialien, welche Ameisen enthalten können, sollten das befallene Grundstück nicht mehr verlassen, ohne dass sie kontrolliert und allfällige Ameisen vorher bekämpft werden.
Potenziell verseuchtes Material (Sand, Kies, Steine, Abbruchmaterial, Aushub, Boden etc.) sollte entweder mit einer geeigneten Methode vor dem Abtransport behandelt werden, so dass keine Ameisenköniginnen verschleppt werden, oder das Material ist sicher zu einer Stelle zu transportieren, um es dort zu behandeln. Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt des Cercel exotique [pdf, 550 KB].
In der Regel ist es zielführend, wenn geeignete Fachpersonen beigezogen werden. Finden Sie eine empfohlene und geschulte Schädlingsbekämpfungsfirma [pdf, 103 KB] auf unserer Liste.
Wie erkennen Sie Tapinoma-Ameisen?
Die invasiven Tapinoma-Ameisen lassen sich von blossem Auge nicht von heimischen Ameisen unterscheiden: alle sind mit 2 bis 3.5 Millimeter eher klein, schwarz, mit einer charakteristischen Kerbe an der Vorderseite des Kopfschildes. Die Besonderheit von Tapinoma magnum liegt in der grossen Grössenvariabilität der Arbeiterinnen.
Wer vermutet, auf dem eigenen Grundstück Tapinoma magnum gefunden zu haben, wendet sich zur vertieften Abklärung an einen qualifizierten Schädlingsbekämpfer oder eine entsprechende Spezialistin. Einheimische Ameisen sind Nützlinge und sollten nicht grundlos bekämpft werden.
Weiterführende Informationen: Merkblatt zum Umgang mit invasiven Ameisen [pdf, 550 KB] und Liste der empfohlenen Schädlingsbekämpfungsfirmen [pdf, 102 KB]
Für weitere Fragen zu Neozoen
Baudirektion
Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL)
Sektion Biosicherheit
Barbara Wiesendanger
043 259 32 60
neobiota@bd.zh.ch
zh.ch/neobiota / zh.ch/biosicherheit
Gemeinde Volketswil
Michèle Bättig, Bereichsleiterin Energie und Umwelt
044 910 23 23
bau@volketswil.ch