Energieverbund Gutenswil: Gemeinde setzt auf individuelle Lösungen
Energieverbund Gutenswil: Gemeinde setzt auf individuelle Lösungen
Die Gemeinde Volketswil hat prüfen lassen, ob in Gutenswil ein Energieverbund, der mit erneuerbarer Energie betrieben wird, realisierbar ist. Die Analyse zeigte, dass sich ein solcher Verbund kaum wirtschaftlich betreiben liesse.
Im neuen Energieplan der Gemeinde Volketswil ist in Gutenswil ein Gebiet eingezeichnet, in welchem der Bau und Betrieb eines Energieverbundes geprüft werden soll. Solche Verbunde können mit unterschiedlichen Energiequellen betrieben werden, etwa mit Grundwasser, Umgebungsluft oder Holz. Die Machbarkeit eines solchen Energieverbundes für Gutenswil wurde nun durch das Beratungsbüro PLANAR AG für Raumentwicklung analysiert und beurteilt.
Warum ist ein Energieverbund schwierig?
Ein wichtiger Faktor für Bau und Betrieb eines Energieverbundes ist die Wärmebedarfsdichte, also wie viel Heizenergie in einem Gebiet insgesamt benötigt wird. Diese liegt in Gutenswil eher tief – genug für einzelne Anlagen, aber zu gering für ein grösseres Netz, das sich wirtschaftlich tragen müsste. Die Energiekosten wären höher als bei Einzellösungen und somit nicht attraktiv für die potenziellen Kundinnen und Kunden.
Hinzu kommt, dass viele Gebäude bereits mit erneuerbaren Heizungen ausgestattet sind. Vor allem Holzheizungen und Luft-Wasser-Wärmepumpen sind weit verbreitet. Fossile Heizungen – potenzielle Kundinnen und Kunden für einen neuen Wärmeverbund – finden sich nur noch in wenigen kleineren Clustern, vor allem bei Einfamilienhäusern. Insgesamt würde der mögliche Energieabsatz damit deutlich kleiner ausfallen als die ursprünglich geschätzten 5 Gigawattstunden pro Jahr.
Wie geeignet sind die möglichen Energiequellen?
Die Analyse zeigt zudem unterschiedliche Eignungen der verfügbaren Quellen:
- Grundwasser: Theoretisch effizient, aber in Gutenswil unsichere Bedingungen. Die Schichten im Untergrund könnten die Nutzung erschweren. Eine Probebohrung wäre nötig – mit ungewissem Ergebnis.
- Umgebungsluft: Mit Wärmepumpen gut nutzbar und zuverlässig verfügbar. Eignet sich aber eher für Einzelanlagen statt für ein grosses Netz.
- Biogas und Holz: Gemäss kantonalen und nationalen Strategien nicht sinnvoll für Raumwärme bzw. bereits stark genutzt. Für Gutenswil werden diese Optionen für einen Energieverbund klar nicht empfohlen.
Was bedeutet das für die Bevölkerung?
Die Fachleute kommen zum Schluss: Ein Wärmeverbund für Gutenswil wäre voraussichtlich nicht wirtschaftlich. Es fehlen genügend Anschlüsse, und die passenden Energiequellen stehen nicht sicher oder nicht in ausreichender Qualität zur Verfügung. Marcel Egloff, zuständiger Gemeinderat, betont: „Es ist schade, dass ein Verbund nicht realisierbar ist – gleichzeitig freut es uns, dass bereits viele Gebäude in Gutenswil erneuerbar beheizt werden und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“ Kleine Verbunde – etwa für mehrere benachbarte Häuser – könnten sich hingegen lohnen. Diese müssten aber privat initiiert werden, zum Beispiel von Eigentümergemeinschaften.
Für Eigentümerinnen und Eigentümer, die noch fossile Heizungen betreiben, empfiehlt die Gemeinde eine Energieberatung bei der kommunalen Energieberaterin Bettina Ebert Stoll, Dipl. Ing. / Arch. SIA (079 215 12 51, info@ebertstoll.ch). Die ersten beiden Beratungsstunden werden von der Gemeinde übernommen. Im Rahmen dieser Beratungen können passende Heizungs-Alternativen geprüft und individuelle Lösungen erarbeitet werden.